Aktuelle Orgelschüler stellen gemeinsam mit KMD Beate Kruppke Orgelmusik verschiedener Epochen an der Amalien-Orgel vor
Zu jeder vollen Stunde (14,15,16 und 17 Uhr) 20 Minuten Musik
In den Pausen Führungen an und hinter der Orgel
Johannes Lange, Henri Zemmrich, Hans Karbe, Beate Kruppke, Orgel;
Dr. Thomas Gebhardt, Orgelführungen; Mitglieder des Förderkreises Amalien-Orgel e. V.
Zum Tag des offenen Denkmals bieten wir wie jedes Jahr viermal zur vollen Stunde 20-minütige Orgelmusiken und eine sich anschließende Orgelführung an. Mit diesem Angebot können auch die vielen Menschen, die am Tag des offenen Denkmals zu verschiedenen geöffneten Denkmalen durch Berlin „tigern“, eine ihrer Stationen für das Denkmal Amalien-Orgel vormerken.
Die Orgelmusiken werden in diesem Jahr von fortgeschrittenen Orgelschülern gestaltet. Schon lange vor der Sommerpause haben wir gesichtet und ausprobiert, was wir alles aus den im Unterricht durchgenommenen Stücken aufführen können. Wir freuen uns sehr, unseren Besuchern dies alles vorführen zu können, denn eines verbindet uns beim Arbeiten an der Orgel und beim Erarbeiten schöner Orgelliteratur alle: die große Begeisterung für Orgelmusik, das Staunen über die immer wieder neuen Klangfarben der tollen Amalien-Orgel und die Verehrung „unserer“ kunstsinnigen Prinzessin, die diese Orgel im Jahr 1755 hat bauen lassen.
Orgelwerke voller Emotionen, Kraft und Leidenschaft: Johann Christoph Schmügel, Carl Philipp Em. Bach, Johann Gottfried Müthel, Wolfgang Amadé Mozart u.a.
Beate Kruppke, Orgel
Schon in Gotthold Ephraim Lessings 1752 entstandenen Gedicht „Ich“ klingen neue Gedanken zum Thema Freiheit und Individualität an, indem er resümiert: „Wie lange währt’s, so bin ich hin, / Und einer Nachwelt untern Füßen? / Was braucht sie wen sie tritt zu wissen? / Weiß ich nur, wer ich bin.“
Spätestens ab der 1770-er Jahre – also noch zu Lebzeiten Anna Amalias – kam dann enorm viel Neues in die Literatur. Im Kontext zu Kants aufklärerischen Ansätzen (man denke an seinen Apell „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“) konnte z.B. Johann Wolfgang Goethe in seinem kraftvollen „Prometheus“ sagen: „Hier sitz ich, forme Menschen / Nach meinem Bilde, / Ein Geschlecht, das mir gleich sei, / Zu leiden, zu weinen, / Zu genießen und zu freuen sich, / Und dein nicht zu achten, / Wie ich!“ Der „Sturm und Drang“ war in vollem Gange, hatte „sich losgelöst von konventionellen Religionsvorstellungen sowie auch von der inzwischen ritualisierten Empfindsamkeit“ [wikipedia]. Ein neues Ich-Selbstverständnis und emotionale Anklänge, die weitere 30 Jahre später in die frühe Romantik des Jenaer Kreises mündete und sich weiter und weiter entwickelte, nicht nur in der Literatur, sondern genauso in Philosophie, Psychologie und Pädagogik.
Und wie war es in der Musik? Die aus der hochbarocken Musik Johann Sebastian Bachs hervorgegangene Empfindsame Musik seines Sohnes Carl Philipp Emanuel (beide von Anna Amalia hoch verehrt) nimmt nur für kurze Zeit mit zart-anfragenden Neuaufbrüchen Raum ein. Schnell wird diese Phase abgelöst durch die Klassik, die die Musik ähnlich wie die Literatur revolutioniert.
Im Oktoberkonzert werden wir die Brücke von der Empfindsamen Musik hin zur Klassik beschreiten und hören, was da vonstatten ging. Im Zentrum werden Phantasien von Johann Gottfried Müthel stehen, der relativ zeitgleich mit Anna Amalia von Preußen lebte (1728-1788). Wen wundert es nach dem Hören dieser wildgewordenen Musiksprache aus nachbachschem Aufbruch, dass Anna Amalia als „manchmal schwierig und eigen“ bezeichnet wurde? Vielleicht war sie ja einfach im Zeitgeist voll unterwegs, hin zur Klassik, zum Stürmen und Drängen und zum Lebendigsein in ihrem Denken, Wollen und Fühlen?
Weitere Informationen siehe Termine
An der Amalien-Orgel: Beate Kruppke
Die Kunst der Fuge auf der historisch bedeutsamen und klanglich außerordentlich schönen Amalien-Orgel zu spielen, heißt, andere Klangaspekte in den Vordergrund treten zu lassen als beim Spiel auf dem Cembalo. Dies macht den Reiz dieser CD aus: Klanglichkeit für ein dichtes Verfolgen der Fugen-Zitate, Ruhe und Wärme in den expressiven Stücken, Kraftpotential für einige der kompakten Stücke wie Nr. 6 und 11. Ein ausführliches Booklet erläutert die Musikpflege Berlins im 18. Jahrhundert, die von Prinzessin Anna Amalia von Preußen aktiv mitgestaltet wurde und zur Verbreitung des Werkes beitrug.
Beate Kruppke zeigt mit Fingerspitzengefühl und Akribie vielfältige Registriermöglichkeiten auf und leuchtet durch ihr wohlüberlegtes Spiel in die Tiefen dieser vielschichtigen Musiksprache Bachs.
Wenn Sie konzentriert in den Kosmos von Bachs letztem Werk, der Kunst der Fuge, eintauchen wollen, ist diese Doppel-CD für Sie ein wertvoller Begleiter. Sie bedient sowohl das „analytische“ Hören auf die musikalischen Strukturen als auch das „seelische“ Hören auf Klangschönheit, bewundernswerte Dichte und spannende Musiklinien. Albert Schweizer sagt in seiner Bach-Monographie 1905: „Interessant kann man das Thema eigentlich nicht nennen … und dennoch fesselt es denjenigen, der es immer wieder hört. Es ist eine stille, ernste Welt, die es erschließt. Öd und starr, ohne Farbe, ohne Licht, ohne Bewegung liegt sie da; sie erfreut und zerstreut nicht; und dennoch kommt man nicht von ihr los.“
Die CD kann im Direktverkauf erworben werden: in den Gemeindebüros Karlshorst und Friedrichsfelde, vor/nach Orgelkonzerten in der Kirche Karlshorst sowie nach Gottesdiensten.
Postversand ist möglich über Amazon (Suchwort: Amalien-Orgel) und über unsere website.
Klangbeispiele und die Möglichkeit zur Bestellung finden Sie hier.
Wir wünschen allen Freunden der Amalien-Orgel, unseren Besuchern und unseren Mitgliedern im Förderkreis Amalien-Orgel e.V. ein frohes und gesundes neues Jahr!
Die Konzertarbeit an der Amalien-Orgel geht aufgrund stark gestiegener Heizkosten jetzt in eine kleine Winterpause.
Am 22. März um 17.00 Uhr findet unser erstes Orgelkonzert im neuen Jahr statt.
Wir freuen uns sehr, Sitze de Vries aus den Niederlanden begrüßen zu können! Sein stilsicheres Umsetzen von Musik des Barock und seine mitreißenden Improvisationen werden uns ganz bestimmt ein schönes Auftaktkonzert erleben lassen.
Für alle weiteren Termine des Jahres 2026 informieren Sie sich gerne über die Unterseite "Veranstaltungen" oder laden sich den angefügten Jahresflyer 2026 herunter.
Ein Höhepunkt des 1. Halbjahres wird das Konzertfest am Sonntag, dem 21. Juni, sein. In den drei Konzertblöcken á 40 Minuten wird das gesamte "Orgelbüchlein" von Johann Sebastian Bach, BWV 599 bis 644, aufgeführt werden. Detaillierte inhaltliche Angaben finden Sie auch hierzu im Jahresflyer.
Die Vorstandsmitglieder des Förderkreises Amalien-Orgel e.V. posten in unregelmäßigen Abständen Informationen und Einblicke in die Arbeit rund um die Amalien-Orgel.
Das Internationale Bachfest Leipzig hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet: "Ein Wald für Johann-Sebastian Bach". Am Ufer des Störmthaler Sees, einem ehemaligen Braunkohlegebiet, entsteht zur Wiederaufforstung ein Mischwald, der nach Johann Sebastian Bach benannt wird. Das Bachfest will damit seine CO 2-Bilanz verbessern. Zur Finanzierung lädt es Sponsoren ein. Pro Baum sollen 3 Euro gespendet werden.
Der Förderkreis Amalien-Orgel e.V. beteiligt sich an diesem musikalisch-ökologischen Gesamtkunstwerk. Für jedes Vereinsmitglied wird ein Baum gepflanzt. Das Mindestziel des Crowdfundings wurde inzwischen erreicht. Die Amalien-Orgel ist jetzt auf der Homepage mit Foto präsent unter dem Reiter "Unterstützer/in" https://www.leipziger-crowd.de/bachwald. Umfangreiche Informationen bietet auch die Seite https://www.bachfestleipzig.de/de/bachfest/ein-wald-f-r-bach.

Als Dankeschön erhält der Förderkreis Amalien-Orgel e.V. das Faksimile des Stammbaums der Familie Bach. Dieses kann z.B. bei den zahlreichen Orgelführungen an der Amalien-Orgel präsentiert werden. Die vielfältige Verbindung der Orgel zum Namen Bach, die von den zahlreichen Interpretationen von Werken der Bach-Familie bis zur wichtigen Rolle von Carl Philipp Emmanuel Bach bei der Entstehung der Orgel reicht, wird so besonders betont.
Zu dem Dorf Störmthal hatte Johann Sebastian Bach übrigens einen persönlichen Bezug. Kurz nachdem er sein Amt als Kantor der Thomaskirche in Leipzig angetreten hatte, prüfte er in der Störmthaler Kirche die von Zacharias Hildebrandt erbaute Orgel und war sehr angetan von ihr. Zu ihrer Einweihung wurde seine Kantate "Hocherwünschtes Freudenfest", BWV 194, erstmals aufgeführt. Das Instrument gilt heute als eine der wenigen im Originalzustand erhaltenen Bach-Orgeln – und ist damit so etwas wie eine nahe Verwandte unserer Orgel.
In der evangelischen Kirche „Zur frohen Botschaft“ in Berlin-Karlshorst befindet sich ein klingendes Juwel des preußischen Kulturerbes: Es ist die 1755 für Anna Amalia, Prinzessin von Preußen, gebaute Hausorgel. Ursprünglich für das Balkonzimmer im Berliner Stadtschloss aufgestellt, hat dieses Instrument eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Wir können uns glücklich schätzen, diese in Berlin einzigartige, in fast allen Teilen original erhaltene Orgel hören und erleben zu dürfen.

Die Paul-Gerhardt-Gemeinde und der Förderkreis Amalien-Orgel e.V. bieten Ihnen mit dieser Homepage die Möglichkeit, mehr über die Geschichte und über die Menschen an und um diese Orgel zu erfahren, aber auch über unsere Bemühungen um ihren Erhalt und das aktuelle Programm sich zu informieren.
Wir hoffen, mit dieser Homepage Ihr Interesse für die Amalien-Orgel zu wecken und Sie bald zu einem Konzert in Berlin-Karlshorst, Weseler Straße 6, begrüßen zu können.